Risiko & Kosten · Stand 14.09.2026

Positionsgröße und Stop-Abstand: Vom Kursabstand zur Stückzahl

Wie hängen Einstiegskurs, Stop-Kurs, Stückzahl und geplantes Kursrisiko rechnerisch zusammen?

Drei Größen, eine Gleichung

Bei einem Long-Aktienkauf mit geplantem Stop-Verkauf hängen drei Zahlen zusammen: der Kursabstand je Aktie (Einstiegskurs minus Stop-Kurs), die Stückzahl und das geplante Kursrisiko, also Stückzahl × Kursabstand. Sobald zwei der drei Größen feststehen, ergibt sich die dritte. Das Szenario-Tool bietet dafür zwei Wege: Entweder Sie geben einen geplanten Kursverlust-Betrag in EUR vor und erhalten die Stückzahl, oder Sie geben die Stückzahl vor und erhalten das geplante Kursrisiko.

Weg 1: Vom Betrag zur Stückzahl

Ein erfundenes Szenario: Einstieg 20,00 EUR, Stop 18,00 EUR, geplanter Kursverlust-Betrag 100 EUR.

  1. Kursabstand: 20,00 − 18,00 = 2,00 EUR je Aktie.
  2. Stückzahl: 100 ÷ 2,00 = 50 Aktien.
  3. Geplantes Kursrisiko: 50 × 2,00 = 100,00 EUR.
  4. Positionswert: 50 × 20,00 = 1.000,00 EUR.

Die 100 EUR sind eine hypothetische Vorgabe für das Szenario, kein Kontostand und keine Aussage darüber, was Sie tragen können. Ändern Sie den Betrag, ändert sich nur die Stückzahl. Legen Sie den Stop näher an den Einstieg, bekommen Sie für denselben Betrag mehr Aktien, aber auch einen Stop, den der Kurs leichter erreicht. Der enge Stop ist also nicht umsonst zu haben: Er tauscht Stückzahl gegen die Wahrscheinlichkeit, ausgestoppt zu werden.

Abrunden auf ganze Aktien

Mit einem Stop bei 17,00 EUR beträgt der Kursabstand 3,00 EUR, und 100 ÷ 3 ergibt 33,33. Gehandelt werden ganze Stücke, also 33 Aktien mit einem geplanten Kursrisiko von 99,00 EUR; 1,00 EUR des Betrags bleibt ungenutzt, und der Rechner weist diesen Rest aus. Reicht der Betrag nicht einmal für eine Aktie, gibt es kein Ergebnis, sondern einen Hinweis.

Weg 2: Von der Stückzahl zum Kursrisiko

Wer 30 Aktien zu 20,00 EUR mit Stop 18,00 EUR plant, hat ein geplantes Kursrisiko von 30 × 2,00 = 60,00 EUR bei einem Positionswert von 600,00 EUR. Dieser Weg ist nützlich, wenn die Stückzahl aus anderen Gründen feststeht, etwa wegen einer Mindestordergröße oder weil Sie eine bestehende Position nachrechnen wollen.

Prozentangaben

Viele Anleitungen rechnen mit Prozentsätzen („x Prozent des Kontos“). Der Rechner tut das mit Absicht nicht: Er kennt keinen Kontostand und fragt auch keinen ab. Wer in Prozent denkt, rechnet den Betrag vorher selbst aus und trägt ihn als hypothetischen EUR-Betrag ein. Wie groß dieser Betrag sein sollte, sagen wir nicht. Das ist keine Frage der Mechanik, sondern Ihrer Situation, und die kennen wir nicht.

Warum das kein maximaler Verlust ist

Das geplante Kursrisiko unterstellt, dass der Verkauf genau zum Stop-Kurs stattfindet. Das ist eine Modellannahme, und in der Praxis wird sie regelmäßig verletzt:

  • Der Kurs kann den Stop überspringen (Gap), sodass die Ausführung tiefer liegt.
  • Die Ausführung kann durch Slippage einige Cent schlechter ausfallen.
  • Eine Stop-Limit-Order kann unausgeführt bleiben, sodass die Position offen bleibt.
  • Der Handel kann ausgesetzt sein.

Darum nennt jedes Ergebnis die Zahl geplante rechnerische Exponierung im vereinfachten Modell und nicht Maximalverlust. Das ist keine Formalie: Wer die 100 EUR als Obergrenze liest, hat das Modell missverstanden. Welche Kosten zusätzlich anfallen, steht unter Ordergebühren und Kostenposten; die Ausführungsrisiken erklärt Gap, Slippage und Nichtausführung. Die vollständigen Rechenregeln stehen in der Methode.

Alle Beispiele sind erfunden. Die Rechenregeln stehen in der Methode; eigene Zahlen rechnen Sie im Aktien-Trade-Szenario durch.