Handelszeiten und Broker-Zugang: Wann eine Order überhaupt reagieren kann
Wann ist ein Handelsplatz geöffnet, wann überwacht mein Broker einen Stop, und warum ist das nicht dasselbe?
Handelsplatz und Broker sind zwei Instanzen
Der Handelsplatz, also eine Börse oder ein außerbörslicher Handelspartner, legt fest, wann gehandelt wird und wie Orders zusammengeführt werden. Der Broker legt fest, welche Handelsplätze Sie über Ihr Konto erreichen, welche Orderarten er dort annimmt und ob er Orders selbst hält oder an den Platz weitergibt. Eine Stop-Order reagiert nur, wenn beides zusammenpasst: Der Platz ist offen, und der Broker hat die Order dort hinterlegt oder überwacht sie selbst. Wer nur auf das eine schaut, wundert sich irgendwann, warum ein Stop nicht ausgelöst hat.
Sitzungen und Zeitzonen
- Deutsche Börsenplätze haben unterschiedliche Sitzungen: Der elektronische Handel an Xetra läuft an Handelstagen von 9:00 bis 17:30 Uhr, Parkettbörsen und der außerbörsliche Direkthandel häufig länger, teils von 8:00 bis 22:00 Uhr. Die genauen Zeiten stehen beim jeweiligen Platz.
- US-Börsen halten ihre reguläre Sitzung von 9:30 bis 16:00 Uhr US-Ostküstenzeit ab. Das entspricht je nach Sommerzeit 15:30 bis 22:00 Uhr oder 14:30 bis 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Vor- und Nachbörse gibt es, aber nicht bei jedem Broker und nicht für jede Orderart.
- Europa und die USA stellen die Uhren an verschiedenen Terminen um; einige Wochen im Jahr verschiebt sich der Abstand deshalb um eine Stunde.
Feiertage
Deutsche und US-amerikanische Börsenfeiertage decken sich nur teilweise. Ein Freitag kann in Frankfurt ein Handelstag sein und in New York geschlossen, oder umgekehrt. Die Handelskalender veröffentlichen die Plätze selbst; das Szenario-Tool erkennt nur Wochenenden und verweist für Feiertage auf den Kalender des Handelsplatzes.
Synthetisches Beispiel
Jemand kauft freitags um 17:00 Uhr an Xetra 50 erfundene Aktien zu 20,00 EUR und legt eine Stop-Verkaufsorder bei 18,00 EUR an, gültig bis auf Widerruf, hinterlegt an Xetra. Um 17:30 Uhr schließt Xetra. Am Abend erscheint eine Nachricht, und im außerbörslichen Handel wird die Aktie bei 17,50 EUR gestellt. Die Stop-Order reagiert nicht, weil sie an Xetra liegt. Montag um 9:00 Uhr eröffnet Xetra bei 17,20 EUR; der Stop löst aus, die Ausführung erfolgt bei 17,20 EUR. Wäre die Order nur tagesgültig gewesen, wäre sie am Montag gar nicht mehr vorhanden gewesen.
Dieselbe Situation mit einer US-Aktie, deren Stop an einem US-Platz liegt: Die Nachricht am Freitagabend fällt möglicherweise noch in die US-Sitzung, die bis 22:00 Uhr MESZ läuft. Dann löst der Stop noch am selben Tag aus.
Was der Broker bestimmt
- Erreichbare Handelsplätze: Manche Broker bieten nur einen oder zwei Plätze an, andere viele; US-Direkthandel ist nicht überall möglich.
- Orderarten je Platz: Stop-Limit oder Trailing Stop gibt es nicht an jedem Platz.
- Orderüberwachung: Einige Broker halten Stop-Orders selbst und geben sie erst beim Auslösen an den Platz; welche Kursquelle das Auslösen bestimmt, entscheidet dann der Broker.
- Zugangszeiten: Ob ein Broker Orders außerhalb der eigenen Servicezeiten annimmt, steht in seinen Bedingungen.
Diese Punkte finden Sie in den Bedingungen und Leistungsverzeichnissen der Broker, nicht auf dieser Seite. Wie Sie sie systematisch prüfen, steht unter Broker-Leistungen vergleichen.
Was daraus für das Szenario folgt
Der Rechner fragt den Typ des Handelsplatzes und ein optionales Datum ab und leitet daraus die Prüfungen ab: Sitzungszeiten, Zeitzone, Feiertage, Ort der Stop-Hinterlegung, Gültigkeit. Beantworten kann er sie nicht, weil die Antwort von Platz, Broker und Datum abhängt.